Freitag, 13. März 2009

Neue konzeptionelle Änderungen

Die letzten konzeptionellen Änderungen sind jetzt auch schon wieder 3 Jahre her, und sie betrafen vor allem den Sommer, wo wir gezielte Veranstaltungs-Highlights setzten, anstatt dauerhaft Angebote zu machen, die doch nicht genutzt wurden, da im Sommer allerorten so ein Überangebot an Veranstaltungen und Feten herrscht.
Unser Freitags-Konzept mit den verschiedenen Themenschwerpunkten (1-Euro, Dancing, Rocking-KASBA plus 1 SV) hat sich in den letzten 2-3 Jahren ebenfalls recht gut bewährt, doch jetzt ist es an der Zeit, die KASBA komplett neu aufzustellen, da wir zuletzt mit dem regelmäßigen Besuch außerhalb der Sonderveranstaltungen nicht mehr zufrieden sein konnten. (Während die Mega-Events gleichzeitig sehr gut gelaufen sind.)
Parallel hat sich das Publikum vom Alter her stark verjüngt und in verschiedene Stile und Altersgruppen gesplittet, so dass wir heute streng genommen zwei Zielgruppen haben: U25 und Ü25. Diese beiden Gruppen sind nicht so wirklich kompatibel, daher macht es wenig Sinn, weiter unter einem einzigen Dach zu versuchen, beide Gruppen unter einen Hut zu bekommen. (Deichkind, Seeed oder Hendrix und Supertramp - da treffen doch sehr verschiedene Generationen von Musik aufeinander...)
Wir werden daher ab dem Sommer unser regelmäßiges Angebot auf kleinerer Fläche anbieten (der große Saal sollte auch voll sein, wenn wir ihn nutzen). Saal-Veranstaltungen werden unseren Sonder-Events vorbehalten bleiben, von denen wir versuchen, eine pro Monat anbieten zu können. Die normalen U25-Veranstaltungen (also jetzige Freitage) sollen ab dem September weiter regelmäßig durchgeführt werden, aber in dem bis dahin umgebauten Mittelbau. Für die geringer gewordenen Besucherzahlen hat dies z.B. personaltechnische Kostengründe (Bedienungen, die nur rumstehen, braucht niemand wirklich), außerdem verlatschen sich die Besucher auf der riesigen Fläche - man findet niemanden wieder und es kommt den ganzen Abend nur sehr schlecht Stimmung auf, wenn wenig Gäste in der großen KASBA feiern. Für die Tanzwütigen besteht aber kein Grund zur Sorge: Im Mittelbau werden wir eine Sektion zum Tanzen abtrennen, und auch eine flächenmäßig kleinere KASBA ist immer noch größer als manche Bremer Disko.
Wir wissen von anderen Diskotheken, dass sich das Ausgehverhalten nicht nur bei uns stark geändert hat, und wir wollen ganz bewusst nicht den Weg immer billigerer Preise und immer neuer "Überschriften" gehen, die doch nur das gleiche Produkt anders benennen. (Diese Strategie wird in vielen Kommerzbuden betrieben, und wer sich als Gast davon einfangen lässt, der ist dort wohl auch genau richtig. Die KASBA war aber noch nie der Laden für den Mainstream oder für "Dschungel-Camp"-Nights...)
Wir können kleinere Zielgruppen auch besser und individueller bedienen - wenn sich z.B. früher ein Metal-Abend nicht lohnte, oder ein Livekonzert, dann können und werden wir so etwas auf kleinerer Fläche künftig durchaus öfter mal ausprobieren.
Auch die Ü25er-KASBA Gänger, die zwar seltener ausgehen, aber dann auch "ihre" Musik erwarten, und mit Deichkind oder Slipknot nicht viel anfangen können, sollen künftig wieder mehr auf ihr Recht kommen. Wir werden einen eigenen Blog und eine Community einrichten, wo wir Dates, Musikwünsche etc. gezielt auf diese Gruppe abstimmen werden, die uns bei der letzten Ü30-Party soviel Spaß gemacht hat, obwohl nur wenig Gäste da waren. Die, die da waren, waren klasse. Hätte man das auf kleinerer Fläche gemacht und wären nur ein paar mehr Leute da gewesen, wäre es ein super Abend gewesen.
All das haben wir uns für die nächste Saison vorgenommen.
Eine Änderung haben wir aber schon von sofort an vorgenommen: Die KASBA öffnet ihre Tore erst ab 23 Uhr. Auch hier regiert Angebot und Nachfrage: Wir würden eigentlich auch schon gerne um 21 Uhr öffnen, aber wenn niemand kommt, macht es keinen Sinn, Tresenkräfte und DJs zu bezahlen, die sich dann eine Stunde lang mehr oder weniger langweilen.
Wir hoffen da also auch ein bisschen auf euer Verständnis, wo wir bestimmte Angebote kürzen müssen. Letztlich zählt, dass wir auch weiterhin regelmäßig für euch die musikalische Grundversorgung sicherstellen - und wenn die Nachfrage an den "normalen" Freitagen wieder steigen sollte, können wir auch relativ schnell und unbürokratisch wieder den Saal benutzen. Im Moment bringt es aber nur etwas, wenn wir unsere Events und Sonderveranstaltungen durchführen. Wie gesagt: Ab September dann 1 x im Monat, vielleicht dann aber auch an einem Samstag. Das findet ihr dann auf Plakaten und hier im Web.

Kommentare:

Basti hat gesagt…

Hmm, da steckt Diskussionsbedarf drin.

Einerseits finde ich es gut, dass es wieder Änderungen am Konzept gibt. Finde besonders die €-Nächte wirkten zuletzt sehr ausgelutscht.
Und natürlich ist das Publikum auch ziemlich verjüngt. Besonders Leute aus meiner Altersgruppe (20-25) sind viele von der Kasba abgewandert. Nur die echten Rockfreaks sind geblieben. Nicht viele, aber dafür sind wir jetz die, die wirklich jeden Freitag kommen.
Uns ist natürlich nicht entgangen, dass besonders zur Dance und Rocknight mittlerweile total unterschiedliche Leute in die Kasba kommen. Es gibt zwar immer noch die "Ich tanz zu allem" Fraktion, aber die ist doch deutlich kleiner als meinetwegen noch letztes Jahr. In der Dance Night wird zunehmend der rockige Sound total blockiert, während die Tanzfläche in der Rocknacht bei einigen dancenighttypischen Stücken leer wirkt.
Es ist sicherlich richtig im neuen Programm diese musikalische Trennung beizubehalten.

Was ich jedoch nicht verstehe ist, dass dieser kleine Mitteltrakt indem ja jetz auch die Bühne steht, von nun an als "neue" Tanzfläche herhalten soll.
Ich meinerseits frage mich jetzt, wo bitte soll man denn da genau tanzen?
Selbst wenn man die Hälfte der Fläche des Raumes "abtrennt", reicht dies in keinster Weise aus, um das Tanzverhalten mehrerer Personen zu respektieren. In einer Dancenight würden die Mädels bestimmt damit klar kommen, aber in einer Rocknight wo es auch schonmal zu Pogoeinlagen kommt, ist die Halle denkbar ungeeignet.
Auch würde ich es als komisch empfinden direkt neben dem Baguettestand zu tanzen.

Man nehme mal als Beispiel die gestrige Dancing Kasba.
Bis so um hab eins war relativ wenig Betrieb. Das ist meist so, weswegen ich die zurückgesetzte Öffnungszeit vollkommen in Ordnung finde.
Ab halbeins setzt meistens der Besucherstrom ein, der dann bis etwa halb zwei/zwei anhält. Der Besucherzahlhöhepunkt liegt, wie ich meine immer so bei zwei bis 3 Uhr rum. Dann nimmt die Gastzahl langsam aber stetig wieder ab.
Die gestrige Besucherzahl war aber (meines Empfindens nach) nicht so niedrig, dass alle ohne Probleme in den Vorder- und Mitteltrakt gepasst hätten. Von den Möglichkeiten zu Tanzen dann mal abgesehen.

Anstatt die Kasba zu verkleinern während man das musikalische Programm neu zuschneidet, finde ich sollte man doch etwas mehr Werbung betreiben und neue/alte Gäste ins Kasba locken.
Besonders in der Winterzeit wo doch besonders der Ort zum Feiern fehlt sollte doch die Kasba gefüllt sein. Ein kleinerer Partyraum ist da nicht der richtige Weg.

Ich komme gerne jeden Freitag in die Kasba und selbst im Sommer finde ich eigentlich immer Zeit vorbeizukommen. Wenn jetzt das Musikprogramm neu ausgerichtet wird okay, aber dann die ganze Veranstaltung neu zu ordnen indem man einfach die große schöne Music-hall dichtmacht?
Warum nicht gegebenenfalls einfach nur den kleinen Tresen rechts öffnen?

Mit freundlichem Gruß (und der Hoffnung, dass man auch im nächsten Winter jeden Freitag die ganze Kasba durchtanzen kann)
Basti

Lutz Breden hat gesagt…

Moin Basti,
zunächst mal wieder vielen Dank für deinen Beitrag und deine konstruktiven Gedanken. Vorausschicken möchte ich, dass ich dich für einen KASBA-Musikfreak halte, der diese Bezeichnung auch verdient. Wie du auch schon selbst angedeutet hast, sind inzwischen aber viele andere Zeitgenossen mehr an "Party machen" interessiert, als daran, in glaubwürdigem Ambiete regelmäßig abzurocken.

Fakt ist, die KASBA ist im Prinzip weitgehend so geblieben, wie sie immer war, aber die Zeiten haben sich stark geändert, daher haben wir ja im Sommer auch schon vor einigen Jahren etwas ändern müssen - und unsere Änderungen waren durchaus erfolgreich. Denn unter dem Strich muss sich der Betrieb als Diskothek vor allem auch rechnen, und wenn sich die Schar der Leute von heute nun mal immer mehr auf Events konzentriert, und den "normalen" Freitag immer weniger Musikfreaks cool finden, dann können wir wirklich nicht dauerhaft immer weiter flächenmäßig mit "Kanonen auf Spatzen" schießen, sozusagen. Nicht nur das Personal, nein, jeder Quadratmeter Öffnungsfläche kostet extra Gebühren, von Heizkosten will ich gar nicht reden...
Das ist ein gewichtiges Argument, für verkleinerte Besucherzahlen eine verkleinerte Fläche anzubieten. Wir machen das also nicht, um den Gästen was wegzunehmen oder einfach mal so was zu ändern, sondern um überhaupt weiterhin eine "Grundversorgung" zu gewährleisten. Die Alternative wäre, nur noch Events und Parties durchzuführen - wie im Sommer, nur ganzjährig. Ich glaube, das wäre noch weniger im Sinne der echten Musikfreaks, von denen es wie wir wissen glücklicherweise immer noch einige gibt. Aber eben nicht mehr genug, um den Saal regelmäßig zu füllen, wie du ja selbst an deinen Freunden siehst.
Da ist es uns auch kaum ein Trost, wenn wir von anderen Diskos hören, dass dort noch weniger als in der KASBA los ist, wenn keine Events stattfinden...

Deine Frage bezüglich der gestrigen Vollheit: Wenn es so voll wie gestern wäre, würde es im Mittelbau etwas eng werden, zugegeben. Aber erstens besteht die Möglichkeit, bei übergroßer Vollheit "eins weiter zu rutschen". Dann geht der DJ an seinen gewohnten Platz, die Tresenbedienung an den langen Tresen, und voila. :-) Glaub mir - im Bedarfsfall sind wir flexibel.
Du kannst es dir aber Ostern noch mal bewusst ansehen, wieviele Leute vorne in die KASBA passen. Weit mehr, als gestern im Laden waren. Ein Laden darf ruhig voll sein, Basti. Im Moment wird z.B. an unterbesuchten Abenden immer das Gegenteil weiter erzählt "Mann, war das leer" etc. - wir haben nichts dagegen, wenn man im Herbst mal ab und zu wieder über die Vollheit bei uns stöhnt, es gibt Schlimmeres für das Image einer Disko... ;-)
Ich weise auch darauf hin, dass der Mittelbau noch gar nicht fertig ist, zur Zeit werkeln wir hinter den Kulissen noch am Tresen und am DJ-Pult. Wir werden eine kleine Tanzfläche vor der Bühne abtrennen - natürlich ist das pogotechnisch nicht vergleichbar mit der riesigen Tanzfläche hinten. Da müssen die ganz wilden Tanzschlachten dann eben geschlagen werden, bevor die Hütte zu voll dazu ist - oder auf das betreffende Event hinten verschoben werden, wenn die große Tanzfläche mehr Auslauf bietet. Aber als langjähriger Wally-Gänger (das Wally hatte eine Tanzfläche von vielleicht 10 Quadratmetern) kann ich dir versichern: Wo ein Wille und ein guter Song sind, da wird getanzt! ;-)
Zum Thema Werbung: Du hast Recht, da werden wir auch nachlegen - obwohl wir gerade als KASBA jahrzehntelang traditionell KEINE Werbung gemacht hatten. Wir fanden das unnötig und den Kommerzbuden vorbehalten. Aber auch auf diesem Gebiet haben sich die Zeiten geändert, echte Musikfreaks, denen man nicht erklären muss, wieso die KASBA ein cooler Schuppen ist, gibt es wie gesagt nicht mehr so viele.
Allerdings schließt das eine das andere nicht aus. Mit den Events geben wir den vielen KASBA-Gelegenheitstouristen (leider heute eher der Normalfall) "ihren" Tag und ihr Thema in die Hand. Das heißt aber nicht, dass wir nicht auch noch zusätzlich mehr Werbung als bisher machen werden.

Ach ja, zum Thema neben dem Baguettestand tanzen: Wir werden die Klappe wohl dicht lassen und nach vorne verkaufen, bzw. vorbereitete Snacks anbieten. Auch hier müssen wir streng betriebswirtschaftlich kalkulieren - wenn wir sagen wir mal 20-30 Einheiten verkaufen und dafür den ganzen Abend jemand in der Küche stehen haben, dann ist das unter dem Strich ganz eindeutig ein Minusgeschäft. (Wir werden nicht mal an den Gewinnen aus den Kreuzworträtseln beteiligt, die unser Personal in der Zwischenzeit ausfüllt, um sich die Zeit zu vertreiben... ;-)
Also du wirst sicherlich einsehen, dass es dauerhaft nicht zumutbar ist, Leute für das Ausfüllen von Kreuzworträtseln zu bezahlen. Anfang der 80er-Jahre wurden in der KASBA nur vorbereitet (kalte) Snacks verkauft - und das war durchaus zumutbar. Lief jahrelang so.
Fazit: Unter dem Strich muss sich ein Abend rechnen. Auch Werbung wird nichts daran ändern, dass heutzutage viele Leute schneller die Aufmerksamkeit verlieren und das vielen Leuten heute 1 KASBA-Besuch im Monat genügt, wo man echte Musikfreaks früher jedes Wochenende zu Hause hätte anbinden müssen, wollte man den KASBA-Besuch verhindern. Ich hoffe, dass sich der Trend der Kommerzialisierung und der musikalischen Übersättigung auch einmal wieder umkehren wird. Dann werden wir reagieren und uns anders aufstellen. In der Zwischenzeit müssen wir aber wirtschaftlich durchs Loch kommen, wir wollen ja nicht in Schönheit sterben...
Außerdem werden wir ja immer noch mindestens 1 mal im Monat mit Saal öffnen. Sollte die Besucherzahl (und das alleine entscheidet) nach oben tendieren, legen wir zügig mit zusätzlichen Öffnungen auf großer Fläche nach, versprochen.
Aber im Moment sehe ich diesen Trend leider nicht.
Mit den 1-Euro-Nächten sind wir uns einig, die werden nicht mehr regelmäßig durchgeführt, da ist die Luft raus. (Am 03. April zum letzten Mal als regelmäßige Veranstaltung.) Aber da die Konkurrenz mit Dumping- und Billigsauf-Angeboten an diesen Tagen aufwartet, wäre an diesem Tag auch jedes andere Konzept mau besucht.
Letzter Punkt: Den Tresen rechts zu öffnen, bringt nichts, außer das uns die Leute dann die Flaschen am langen Tresen klauen werden, wetten? Wir können auch hinten nichts abtrennen - und Basti: Ehrlich gesagt möchten wir auch gar nicht die große KASBA dauerhaft für eine Minibesucherschar aufstellen.
Wir finden, dass ein Musiktempel auch einen angemessenen Besuch verdient, genau wie die gespielte Musik von einer gewissen Mindestqualität sein sollte. Sonst ist es besser, weniger aber gezielte Höhepunkte zu setzen. Die KASBA verdient keinen Besuch unter 100 Gästen. Weniger ist dann mehr.
Dafür haben wir aber die Chance, mit geringerem Aufwand auf kleinere Zielgruppen einzugehen und vielleicht mal zu ungewohnten Tagen und Zeiten zu öffnen, weil der Aufwand nicht mehr so groß ist.

Lutz Breden hat gesagt…

Im DJ-Blog habe ich noch mal den laufenden Stand unserer Planung und unserer Ideen veröffentlicht und dabei auch Bezug auf deinen Einwand mit dem Tanzen genommen:
Vielleicht kann man nämlich eine Möglichkeit finden, für die laufenden Dancing-/Rocking-KASBA-Veranstaltungen nur den Saal zu öffnen. Das würde uns ermöglichen, Fläche und Kosten zu sparen, und dennoch die große Tanzfläche anbieten zu können - und sollte auch für größere Besucherzahlen wie letzten Freitag noch ausreichen.

Je länger ich darüber nachdenke, desto vernünftiger erscheint mir das.
Hier habe ich das Konzept ausführlich ausgeführt:
http://djs-corner.blogspot.com/